Labrador Epilepsie Ole
Labrador Epilepsie Ole
Idiopathische Epilepsie beim Labrador Retriever - Ole hat damit gelebt
Idiopathische Epilepsie beim Labrador Retriever  - Ole hat damit gelebt

Anfallsprotokoll

 

 Um den Verlauf der Epilepsie im Blick zu haben, Anfallsmuster zu erkennen und den eigenen Hund „lesen“ zu lernen, ist es wichtig, ein Anfallsprotokoll zu führen. 


 Ich möchte hier in tabellarischer Kurzform das Anfallsprotokoll von Ole wiedergeben.
 Das Anfallsprotokoll zeigt die größeren Krampfanfälle (generalisierte Anfälle), die uns grundsätzlich nachts einholen, auf. 

 

Fokale Störungen, die uns im Alltag regelmäßig einholen, sind hier nicht verzeichnet. Diese sind unregelmäßig, in unterschiedlichen Ausprägungen und fallen manchmal mehr oder auch weniger auf. Ich bezeichne diese Störungen manchmal auch als „kleine Aussetzer“.  Außenstehende Personen würden diese Störungen nur als merkwürdiges Verhalten betiteln und den Hund für unerzogen und aufbrausend halten. 

 

 

Tag Anfall ; Besonderheiten
18.03.2013

1. Anfall ; nachts 04:00 Uhr

 

Aus dem Schlaf heraus Würgereiz, durch den Raum gelaufen und umgekippt.

Krampf ca. 2 Minuten, Speichelfluss, Kot abgesondert, laut gebellt und gejault wie ein Wolf. Danach ca. 30 Minuten Desorientierung und Unruhe.

(Keine besonderen Vorkommnisse an den Tagen zuvor)

12.04.2013

2. Anfall, mittags gegen 12:00 Uhr

 

Nach 3 Stunden Autofahrt im Garten gelaufen, stehen geblieben. Hinterläufe sind mehrmals weggesackt. Ohren nach hinten angelegt, mehrmals zur Seite gesprungen, als ob er Dinge sieht, die dort nicht sind. Halluzinationen?
Er hat auf seinen Namen reagiert, wirkte dennoch unruhig, verängstigt. Nach ein paar Minuten habe ich ihn aus der Situation genommen und wir sind in das Wohnzimmer auf das Sofa gegangen. Nach ca. 30 Minuten war wieder alles in Ordnung.

(Keine besonderen Vorkommnisse an den Tagen zuvor)

29.04.2013

3. Anfall, nachts 04.15 Uhr

 

Ablauf wie bei dem ersten Anfall im März.
Krampf ca. 4 Minuten.
Kein übermäßiger Speichel, kein Bellen.
Desorientiert.
Hinterläufe sind mehrmals weggesackt nach der Krampfsituation.
Hat mich angeknurrt und angebellt, als ich mich nähern wollte. Er wirkte ängstlich, konnte die Situation nicht einschätzen.
Dauer der Gesamtsituation ca. 45 Minuten.

(Streit von menschlichen Bezugspersonen am Abend vorher mitbekommen)

27.05.2013

4. Anfall, nachts 04:25 Uhr

 

Würgereiz, Nahrung gespuckt.

Aufgestanden, stehen geblieben, umgekippt, Krampf ca. 2 Minuten.
Kiefer stark zugebissen, Kiefer konnte nicht aufgemacht werden um ggf.
Diazepamtropfen zu verabreichen.
Speichelproduktion sehr stark.
Gejault am Ende des Krampfes.
Danach sehr zügig aufgestanden, ca. 30 Minuten desorientiert, hat mich angeknurrt, angebellt und mich nicht erkannt. 

Danach sehr großer Hunger; 2 Portionen Futter bekommen, weil er nach Nahrung gesucht hat und mich in seinem typischen Verhalten auf Nahrung aufmerksam gemacht hat.
(Vorher keine besonderen Vorkommnisse oder Stresssituationen)

26.08.2013

5. Anfall, nachts 04:15 Uhr
(Anfall unter Gabe des Medikamentes Pexion 2x tägl.400mg)

 

Würgereiz, gespuckt im Platz, habe ihn direkt auf die Seite gelegt, da Krampfstarre schon einsetzte.
Ca. 3 Minuten Krampf mit Absonderung von Kot und Urin, Schaum vor dem Maul, gebellt und gejault am Ende des Krampfes.
Nach Krampf unruhig durch das Schlafzimmer gelaufen, nochmal in normaler Haltung gekotet.
Hund war direkt ansprechbar, nicht desorientiert, hat Nähe gesucht.
Ca. 30 Min noch unruhig und danach weitergeschlafen.
(Vorher: 4 Tage Hundepensionsaufenthalt, am letzten Tag gegen ca. 13:00 Uhr aus der Pension geholt, danach geschlafen. Gegen 17:00 Uhr für ca. 30 Minuten Fahrrad gefahren. Nach Abendessen gegen 18:00 Uhr Ruhe und ab 21:00 Uhr Nachtruhe und Tiefschlaf.)

20.09.2013

6. Anfall, nachts gegen 05:00 Uhr
(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion 2x tägl. 400mg)

 

Würgereiz, unverdaute Nahrung gespuckt (Würgereiz anders als sonst).
Danach aufgestanden, 2 Schritte gegangen, stehen geblieben, erstarrt.
Habe ihn auf die Seite gelegt, Krampfstarre ca. 3 Minuten.
Gejault, kein Bellen, wenig Speichel.
Urin abgesondert.
Danach versucht aufzustehen, aber mit geknickten Beinen ca. 10 Minuten durch das Schlafzimmer getaumelt.
Gekotet.
Danach Nähe gesucht und verängstigt.
Kein aggressives Verhalten und kein Fremdeln.
Danach sehr müde und hungrig.
(Keine besonderen Vorkommnisse am Tag davor)

13.10.2013

7.Anfall, nachts gegen 01:00 Uhr & nachts gegen 03:00 Uhr

(Anfall unter Gabe des Medikamentes Pexion 2x tägl. 600mg)

 

Würgereiz, Galle gespuckt, dies in liegender Position auf dem Sofa.
Danach in der Position ausgeharrt.
Da kein Krampf kam, mit Ole einmal in den Garten gegangen. Urin und Kot absondern lassen und danach direkt wieder geschlafen.
Körpertemperatur war aber niedrig (sonst auch Anzeichen für einen Anfall) und
Hund schaute selbst fragend, als ob er wusste, das was passiert.
Gegen 03:00 Uhr passierte gleiche Situation wieder. Habe dann mit dem Hund auf dem Sofa gelegen, ihn gestreichelt und ihm was erzählt.
Vermutung hier: Krampfanfall verhindert durch höhere Medikamentengabe

04.12.2013

8. Anfall, nachts gegen 04:00 Uhr
(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion 2xtägl, 600mg)

 

Aus dem Tiefschlaf aufgestanden, durch die Wohnung gelaufen und Würgereiz bekommen.

Habe ihn  vorsichtig auf die Seite gelegt.

Krampfstarre ca. 2 ½ Minuten.

Gekotet und uriniert, gebellt.

Direkt nach dem Krampf ansprechbar.

Sehr unruhig, keine Angstzustände oder Desorientierung.

Kurz in den Garten gelassen, eine Portion Futter bekommen.

Danach ca. 1 Stunde unruhig durch die Wohnung gelaufen.

18.02.2014 9. Anfall, nachts gegen 01:00 Uhr 

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl 600mg)

 

Wach geworden, Würgereiz, Nahrung gespuckt. In „Platz-Position“ ca. 3 Minuten Krampfstarre.

Zum Ende der Krampfstarre schon ansprechbar.

Gekotet und uriniert nach der Krampfstarre.

Nach der Krampfstarre schnell auf den Beinen gewesen, nicht gejault oder gebellt, keine Desorientierung.

Fast 2 Stunden ruhelos durch die Wohnung gelaufen.

1 Portion Futter bekommen.

 

 

28.03.2014

10. Anfall, nachts gegen 05:00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Aus dem Tiefschlaf aufgestanden, ca. 2 1/2 minütige Krampfstarre
Während der Krampfstarre gekotet.

Danach keine Desorientierung, sofort ansprechbar und sofortiges Reagieren auf den eigenen Namen.

Danach sehr viel Hunger gehabt. Es gab dann eine gesamte Tagesration Futter.

Am gleichen Tag, abends gegen 22:00 Uhr, erfolgte ein Restaurantbesuch. Nach dem Restaurantbesuch ist Ole sehr getorkelt (wie ein betrunkener Mensch), er wirkte leicht apathisch und ist mit zittrigen Beinen zum Auto gegangen.

Zu Hause war der Hund nicht in der Lage die Treppe im Haus hochzugehen.

Die dann folgende Nacht war sehr unruhig. Der Hund hat mehrmals seinen Liegeplatz gewechselt und ist unruhig durch die Wohnung gelaufen.

Morgens wirkte Ole dann erst ganz normal. Er wurde nach dem Aufstehen in den Garten gelassen. Danach wirkte er wieder apathisch und torkelte wieder leicht. Er bekamm dann sein Frühstück, schlief danach ca. 1 1/2 Stunden und erbrach dann das Frühstück.

Danach folgte ein Besuch beim Tierarzt. Es wurden alle Vitalwerte kontrolliert. Hier gab es keine Auffälligkeiten. Vitalwerte, Herz-Kreislaufsystem und Temperatur waren ohne Befund. Danach wurde er für 2 Tage sehr ruhig gehalten, es gab nur Reis anstatt Trockenfutter. Nach zwei Tagen war alles wieder in Ordnung. Es gab keine weiteren Anfälle.

 

05.07.2014

11. Anfall, nachts gegen 05:00 Uhr 

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Aus dem Tiefschlaf heraus aufgestanden, gekrampft und dabei Urin & Kot abgegeben. Nach ca. 3 Minuten Krampf war Ole sofort ansprechbar und klar im Kopf.

Danach wurde er in den Garten gelassen, hier wurde nochmals Urin abgegeben. Es gab dann eine Portion Futter und er hat geschlafen.

Besonderheit: Am Abend vorher das Auto für die Fahrt in den Urlaub beladen. Die Fahrt war für den frühen Morgen am nächsten Tag geplant. Der Hund war aufgeregt und konnte vermutlich die Aufregung nicht verarbeiten.

 

18.11.2014

12. Anfall, nachts gegen 02:30 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Aus dem Tiefschlaf heraus aufgestanden, gespuckt, danach für ca. 3 Minuten gekrampft.
Danach ca. 30 Minuten nicht in der Lage aufzustehen und raus zu gehen. 

Im weiteren Verlauf der Nacht musste Ole 4x raus, um sich zu entleeren. Er hatte sehr großen Hunger und hat 1 1/2 Tagesportionen Trockenfutter zu sich genommen. 

Bis ca. 08:00 Uhr morgens unruhig und verunsichert durch die Wohnung gelaufen. Erst gegen 08:00 Uhr ruhiger geworden und dann bis ca. 12:30 Uhr durchgeschlafen. 

 

22.06.2015

13. Anfall, nachmittags gegen 16:30 Uhr
(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Aus dem Schlaf heraus aufgestanden und gespuckt, danach für ca. 3 Minuten gekrampft. Während des Krampfes sehr viel Schaum am Maul gebildet und sehr lautstark gejault. Keine- Kot und Urinabgabe. Direkt nach dem Anfall sehr zutraulich, wollte am liebsten auf meinen Arm. Diese eingeforderte Nähe ist untypisch gewesen und vorher noch nicht aufgetreten. 
Danach sehr großer Hunger, zwei Tagesportionen Trockenfutter gegessen und den Rest des Tages geschlafen.

Keine Unruhe und Desorientierung.

März 2017

14. Anfall, nachts gegen 04:00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

Ole war für einige Monate in einer Pflegefamilie. Circa 5 Wochen nach Einzug bei der Pflegefamilie hatte er einen Anfall. Ich vermute weil er dann realisiert hat wie die Lage ist und er erst einmal länger von zu Hause weg ist.

Juni 2017

15. Anfall, nachts  gegen 04.00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Nachdem Ole aus der Pflegefamilie zurück kam, hatte er einige Wochen später wieder einen Anfall. Anfallschema wieder genauso wie früher.

Sept. 2017

16. Anfall, nachts gegen 05:00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Gleiches Schema wie sonst auch in der Vergangenheit. Es gingen aber wieder Veränderungen in den Tagen davor im Tagesablauf damit einher.

08.11.2017

17. Anfall, tagsüber zwischen 10:00 und 13:00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Der Anfall ereignete sich vormittags als Ole alleine zu Hause war. Daher haben wir keine genaueren Informationen vorliegen.

03.01.2018

18. Anfall, morgens gegen 06:00 Uhr

(Anfall unter der Gabe des Medikamentes Pexion, 2x tägl. 600mg)

 

Der Anfall ereignete sich anfänglich genauso wie alle anderen vorausgehenende Anfälle. Nach einigen Minuten war aber absehbar das es sich um einen Serienanfall handelt. Ole ist nach 6-7 Anfällen, nach ca. 45 Minuten, in einen Dauerkrampf gefallen und aus diesem leider nicht mehr, trotz Diazepam, herausgekommen. Nach ca. 1 Stunde hat ein Arz 5mg Dormicum gespritzt. Ole hat darauf etwas entspannt und entkrampft. Dies dauerte weitere 60 Minuten. Sein Herz hat dennoch nach ca. 2 Stunden aufgehört zu schlagen. Er ist am Ende durch den Serienanfall so geschwächt gewesen, das er diesen nicht überstanden hat.

  Ole verstarb am 03.01.2018 aufgrund seiner Epilepsie

 

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© Carolin Raab