Labrador Epilepsie Ole
Labrador Epilepsie Ole
Idiopathische Epilepsie beim Labrador Retriever - Ole hat damit gelebt
Idiopathische Epilepsie beim Labrador Retriever  - Ole hat damit gelebt

Was passiert bei der idiopathischen Epilepsie?

 

Es werden Krampfanfälle durch Störungen in Gehirnfunktionen ausgelöst, Gewebeveränderungen sind nicht zu erkennen. Fachtierärzte sagen, dass nur die idiopathische Epilepsie als Epilepsie im engeren Sinne verstanden werden kann.

 

Welche Hunde sind betroffen?

 

Oftmals tritt die Epilepsie im Alter von 1 bis 3 Jahren zum ersten Mal auf. Eine genetische Veranlagung wurde durch die Forschung schon für den Deutschen Schäferhund, den Beagle, die Retriever-Arten, den Berner Sennenhund und den Boxer nachgewiesen. Aber auch Mischlinge können erkranken. Vermutet wird aktuell die Beteiligung mehrerer Gene an der Vererbung.

 

Symptomatik

 

Krampfanfällen kann die sogenannte Aura vorangehen, eine Zeit, in der der Hund sich verändert verhält (z. B. Unruhe, Angst). Zum eigentlichen epileptischen Anfall kommt es durch ungerichtete elektrische Entladungen in Nervenzellen. Je nach Größe des betroffenen Hirnareals fallen die äußerlich sichtbaren Episoden anders aus:

  • partiell einfacher Anfall: Nur ein Körperteil, z. B. ein Bein, ist von den Krämpfen betroffen
  • partiell komplexer Anfall: Das Bewusstsein des Hundes ist eingeschränkt und es kommt zu  Verhaltensstörungen (z. B. Schnappen nach nicht vorhandenen Fliegen)
  • generalisierter Anfall: Charakteristisch sind Verlust oder starke Veränderung des Bewusstseins und Veränderungen im Muskeltonus. Der Hund kommt zum Liegen und zeigt Anspannung oder Zuckungen der Gliedmaßen und des Kiefers. Speicheln, ungesteuerter Harn- und Kotabsatz sind möglich.
  • Status epilepticus: Krämpfe dauern länger als 5 Minuten oder treten mehrmals nacheinander auf.

 

Weitere Informationen zu Fokalen Anfällen:

 

Bei fokalen Anfällen weisen die klinischen Erscheinungen auf die Aktivierung eines begrenzten Nervenzellverbandes hin. Sie gehen i. d. R. von angeborenen oder erworbenen fokalen (herdförmigen) Hirnläsionen aus, die lange vor dem Auftreten der ersten Anfälle entstanden sein können. Sie lassen sich in einfach und komplex fokale Anfälle unterteilen, die beide sekundär generalisieren können, d. h. die epileptischen Entladungen dehnen sich über das gesamte Groߟhirn aus.

Einfach fokale Anfälle laufen ohne Beeinträchtigung des Bewuߟtseins ab. Beim Hund kommen sie selten vor. Es werden vor allem motorische Symptome gesehen, z. B. Zuckungen einzelner Muskelgruppen, Zuckungen einer Gesichtshälfte, Tonuserhöhung oder Zuckung einer Gliedmaߟe etc. Die übrigen Symptome der fokalen Anfälle - speicheln, erbrechen, schnüffeln - kommen noch seltener vor bzw. sie werden nicht als Anfälle erkannt.

Komplex fokale Anfälle (psychomotorische Anfälle) gehen mit Bewuߟtseinstrübung einher. Die Tiere wirken im Anfall konfus und oft ruhelos. Sie fallen durch kurzzeitige Verhaltensstörungen auf, durch einen abwesenden Blick, unmotiviertes Bellen und/oder Heulen, gelegentlich durch Leck-, Schmatzbewegungen oder Fliegenschnappen. Die Generalisation der fokalen Anfälle kann so rasch erfolgen, dass der fokale Anfallsbeginn nur schwer oder nicht zu erkennen ist.

 

 

Diagnose

 

Die Diagnose der idiopathischen Epilepsie ist aufwendig. Man spricht hier von einer Ausschlussdiagnostik. Da es keine äußerlichen Veränderungen durch das Krankheitsbild gibt, kann die Diagnose nur nach Ausschluss aller anderen möglichen Ursachen (=symptomatischer Epilepsie) gestellt werden.

 

 

Therapie

Bei jedem Krampfanfall werden durch die abnorme elektrische Ladung Nervenzellen zerstört und abnorme Entladungsmuster gefestigt, dies begünstigt das Auftreten neuer Anfälle. Eine frühzeitige Therapie ist deshalb wichtig. Als Antiepileptika werden beim Hund vor allem Phenobarbital und Kaliumbromid eingesetzt. Durch individuelles Einstellen der Dosierung sollen Nebenwirkungen gering gehalten werden. Es kommt zu keiner Heilung, deshalb müssen die Medikamente normalerweise lebenslang gegeben werden. Nur ein Teil der Patienten wird anfallsfrei, teilweise ist die Häufigkeit und Schwere der Episoden gemildert, es gibt aber auch Therapieresistenz.

 

Quelle: Tierärztliche Hochschule Hannover

http://goo.gl/MJ2Nwm

 

MEIN TIPP:

ALLE MEDIKAMENTE UND DIE BEHANDLUNG MÜSSEN MIT EINEM FACHTIERARZT (NEUROLOGEN) ABGESPROCHEN WERDEN!

 

Alle Informationen zur Epilepsie gibt es auch kompakt zum PDF-Download:

 

Informationsblatt zur Ausschlussdiagnostik der TiHo Hannover
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© Carolin Raab